BMÖ

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Österreichs Auszeichnung für exzellente Wirtschaftsleistungen
entlang der Wertschöpfungskette

Laudatio zum
Austrian Supply Excellence Award (ASEA) 2009
am 8.10.2009 im Raiffeisen Forum, Wien
 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Ich darf Sie wieder einmal ganz herzlich hier in Wien begrüßen.

Das Adjektiv, bzw. Prädikat „Ausgezeichnet“ ist eigentlich nur berechtigt, wenn tatsächlich eine solche Auszeichnung stattfindet. Daher freue ich

mich, dass Sie hier so zahlreich erschienen sind, um an der Verleihung des BMÖ von drei Preisen für die beste Lösung auf der Einkäufer- und

Lieferantenseite, sowie für eine exzellente wissenschaftliche Leistung im Sinne einer Supply Excellence beizuwohnen.

Im Einladungsschreiben zu diesem Forum lesen wir von der

  • Hauptverantwortung des Einkaufes für die Flexibilisierung und Kostensenkung bezogen auf die Wettbewerbssituation des eigenen Unternehmens,aber auch von der
  • Aufrechterhaltung und Sicherung der Lieferantenbasis

Der Einkauf hat sich also immer mit 2 Rollen zu identifizieren, die eine betrifft das eigene Unternehmen, die andere die externen Leistungserbringer im gesamten Wirtschaftsgefüge. Allein diese Tatsache erfordert von uns das Erfüllen eines hohen Anspruches, der immer mehr offenkundig wird, wenn wir unsere globalen Probleme und Aufgaben meistern wollen: Das Denken in größeren Systemen. Wir können dies sehr schön an vielen politischen Entwicklungen in der ganzen Welt erkennen: dort, wo man sich in sehr begrenzten Systemen abschottet und wenig Flexibilität gegenüber Andersdenkenden und damit Anderslebenden zeigt, finden sich die geringsten Fortschritte und die meisten Krisenzonen. Barack Obama versucht ja mit seiner Politik generell, neue Wege vor allem in der internationalen Zusammenarbeit zu finden und dann hoffentlich auch zu gehen.

Andererseits haben die Anthropologen nicht erst seit Darwins Forschungen erkannt, dass diejenigen Geschöpfe sich am erfolgreichsten behaupten, welche sich neuen Bedingungen schnell und flexibel anpassen können.

Damit komme ich auch schnell wieder zurück zu den Einkäufern: wie schon erwähnt, sollen sie sich schnell und flexibel auf neue Bedingungen anpassen. Wenn sie dabei eine Eigenschaft mit entwickeln, nämlich ihr unternehmerisches und externes Umfeld im gleichen Sinne motivieren können, haben sie erneut Professionalität und Kompetenz bewiesen!
Um diesen Sinn zu präzisieren, möchte ich drei Aspekte herausgreifen, die vor allem für die heutige Preisverleihung massgeblich waren:

1. Für den einkäuferischen Beitrag haben wir eine Lösung prämiiert, wo es dem Einkauf gelungen ist, Voraussetzungen zu schaffen, um allen Bedarfsträgern im Unternehmen die optimale Nutzung des Potenzials des Beschaffungsmarktes zu ermöglichen, die dann nicht nur als Entscheidung des Einkaufs akzeptiert, sondern insgesamt mitgetragen wird. Hohe Transparenz und Effizienz bei gleichzeitiger Konformität mit existierenden Regeln sind hier die Schlagworte des strategischen Ansatzes.

2. Beim lieferantenseitigen Beitrag wurde – im Gegenzug – honoriert, dass sich der Lieferant in hohem Maße mit den Problemen potenzieller Kunden identifiziert, die hier hauptsächlich die Kostenoptimierung und die Prozessfreundlichkeit für die Kundenseite – erkennbar an der hohen Flexibilität und Effizienz - betreffen.

3. Die wissenschaftliche Arbeit schliesslich hat die Orientierung auf den Nutzen des Endkunden im Fokus und hat diese Kernmerkmal der Supply Chain endlich einmal vernünftig theoretisch abgearbeitet und damit eine Basis für die Praktiker geschaffen, auf welche man sich beziehen kann.

Für alle Einreichungen gilt gleichermassen, dass direkt oder im Kontext folgende Erkenntnis nachgewiesen wurde:
„Markt-Know-How, Beurteilungsvermögen von Marktchancen und –risiken, effizienter und effektiver Methodeneinsatz und die Verwendung modernster Kommunikationsmittel müssen sich im unternehmerischen Team zu einem wirksamen Aktivitätenbündel vereinigen, um Höchstleistungen zu erzielen.“

Es war also wiederum ein Anliegen der Jury, solche Lösungen zu honorieren, die derartige Gestaltungsaspekte berücksichtigt haben.

Lassen Sie mich damit zur eigentlichen Laudatio für die Preisträger kommen.

Der Preisträger auf der Einkaufsseite unseres diesjährigen Awards heisst

ÖBB-Dienstleistungs GmbH

Neben der schon oben erwähnten Transparenz, Richtlinienkonformität und Effizienz im Vergabewesen als wesentliche Pluspunkte dieser Einreichung, möchte ich hier vor allem nochmals die WIN-WIN-Situation hervorheben, welche diese auszeichnet: die Tatsache, dass mit jeder Ausschreibung – und damit notwendiger Angebotserstellung – bei durchschnittlich 5 Bietern, die bei der Vergabe leer ausgehen, eine volkswirtschaftliche Blindleistung von ca. 2 Mio. € entsteht, die mit dieser Lösung vermieden werden können, spricht – glaube ich – für sich und dafür, dass hier auch an die andere Seite gedacht wurde!

Auf der Lieferantenseite geht der Preis in diesem Jahr wieder einmal wie 2006 an die

Bundesbeschaffung GmbH (BBG).

Die Einreichung zeichnet sich neben der - gar nicht selbstverständlichen - Konformität mit den formalen Voraussetzungen aus, welche der BMÖ gestellt hat, vor allem durch die Flexibilität, Effizienz und realistischen Kostenoptimierung im Reisemanagement aus, auch wenn man der Meinung sein kann, dass diese Problematik von vielen Akteuren heutzutage gelöst ist. Dass dem nicht so ist kann sich jeder selbst überzeugen, der einmal über das Internet seine eigenen eiseaktivitäten zu optimieren versucht hat.

In der Kategorie "Beste wissenschaftliche Arbeit" freuen wir uns, dass dieses Jahr mit der Dissertationsschrift von

Diplom-Wirtschaftingenieur Markus Amann

ein Beitrag ausgezeichnet werden konnte, welcher es erstmalig ermöglicht, die als Kernmerkmal des Supply Chain Management gesehene Endkundenorientierung konkret greifbar zu machen.Der Verfasser schlägt damit gleichzeitig die Brücke zwischen verschiedenen betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen wie Supply Chain Management, Marketing und Produktion, um mit dem Erstgutachter Prof. Michael Eßig von der Bundeswehr-Universität München zu sprechen, welcher sich in diesem Falle selbstverständlich aus der Jury enthalten hat.

Bleibt festzustellen, dass es insgesamt 13 Einreichungen gab, 7 in der Kategorie Einkäufer, 4 in der Kategorie Lieferanten und 2 in der Kategorie Wissenschaftliche Arbeit.

Beim Ranking der Jury gab es z.T. hauchdünne Unterschiede der Einreichungen, sodass es fair erscheint, einige bemerkenswerte Arbeiten hier zu erwähnen:

Dies gilt für besonders bemerkens- und anerkennenswerte Teilleistungen in der Supply Excellence von

  • Strabag & Co
  • Magna
  • AT&S
  • LÖWE & pool4tool

Ich darf daher den Preisträgern von dieser Stelle aus herzlich zu ihren Leistungen gratulieren, mich aber andererseits auch bei denn vielen weiteren Einreichern bedanken, dass sie sich der Mühe unterworfen haben, hier teilzunehmen und damit den Wettbewerb überhaupt zu ermöglichen.

Der Jury gebührt der Dank für einen ausserordentlichen ehrenamtlichen Einsatz.

Ihnen, meine Damen und Herren schliesslich, gebührt der Dank für die geschätzte Aufmerksamkeit!

Prof.Dr-Ing. Michael P.Zeuch
 

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