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Österreichs Auszeichnung für exzellente Wirtschaftsleistungen
entlang der Wertschöpfungskette

Laudatio zum Austrian e-Procurement Award Prof. Dr.-Ing.Michael P. Zeuch2005

von Prof.Dr.-Ing. Michael P. Zeuch

am 6.10.2005 an der Donau-Universität, Krems

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Demonstration als Vorspiel

Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte, ist eine Haupt – Herausforderung für E-procurement – Lösungen: die Gestaltung von Schnittstellen. Und dieser Aufgabe haben sich auch die Preisträger des diesjährigen E-Procurement-Awards von Österreich erfolgreich gestellt, zu deren Verleihung ich Sie nunmehr herzlich begrüße.

Im Zeichen inflationärer Tendenzen von Awards ist es mir ein Anliegen, die Besonderheiten dieser Auszeichnung nochmals kurz darzustellen, damit Sie die Bedeutung der ausgezeichneten Einreichung auch entsprechend einschätzen können. Die integrativen, formalen und kostenrelevanten Beurteilungskriterien möchte ich gar nicht mehr nennen, da sie mittlerweile zu KO-Kriterien geworden sind.

Unterscheidungsmöglichkeiten bieten sich hingegen bei strategischen und Verwendbarkeitsaspekten.  Nachdem sich der Markt der Standardlösungen für die Großindustrie gut etabliert hat und deren Belange bereits durch stabile Funktio-nalitäten abdeckt, war es ein Anliegen der Jury, solche Lösungen zu honorieren, bei denen auch die klein- und mittelständische Industrie, bzw. die entsprechenden Lieferanten Anwendungsmöglichkeiten finden. Lassen Sie mich nun endlich zur eigentlichen Laudatio für die beiden Preisträger kommen.

Der Preisträger auf der Einkaufsseite unseres diesjährigen Awards heisst

BRP – Rotax

Und hat mein eingangs demonstriertes Motto „Aus Schnittstellen werden Nahtstellen“ in den Vordergrund gestellt und in einem vorbildlichen Lieferantenportal realisiert. Speziell für kleine, aber strategisch wichtige Lieferanten wurde hiermit die Voraussetzung geschaffen, die Logistik auf der operativen wie auf der planerischen Seite zu integrieren. Erkennbare Erfolge sind hohe Transparenz, Prozessqualität und natürlich eine deutliche Verbesserung des Unternehmenserfolges und erstaunlich kurzer Amortisationszeit.

Das Grundprinzip dieses Ansatzes ist ein aus der Qualitätslehre übernommener einfacher Sachverhalt:

Ein Lieferant kann nur dann optimal agieren, wenn er rechtzeitig und vollständig alle Erwartungen seiner Kunden erfährt und ggf. auch darauf reagieren kann, also eine Abstimmung von Anforderungen und Möglichkeiten. Dass dies speziell bei Feinabrufen keine Selbstverständlichkeit ist, weiß jeder der hier Anwesenden. Das Problem komplexer Informationen und entsprechender Datenformate wurde über automatisch generierte pdf-files gelöst, manuelle Prozess also weitgehend reduziert, auch auf der Lieferantenseite,  eine Tatsache, die durch ein fragebogenorientiertes feedback bestätigt wurde. Rundherum also ein Paket, welches durch Einfachheit und Wirksamkeit besticht.

Auf der Lieferantenseite wurde dieses Jahr ein Beitrag ausgewählt, welcher nicht ausschliesslich für die sell-side von Vorteil ist, sondern genauso für die beschaffende Partei. Da dieses Projekt aber von einem Dienstleister , also einem Lieferanten initiiert wurde, hat die Jury sich dieser Definition angeschlossen und der Preisträger dieser Kategorie ist die

.curecomp IT-Solutions GmbH aus Linz.

Curecomp hat für den Schweißspezialisten Fronius in kürzester Zeit ein Outsourcingprojekt (Stichwort VMI, Vendormanaged Inventory) realisiert, was gerade wieder auch die kleinen und doch bestellintensiven Lieferanten besonders berücksichtigt, weil oft die Versorgungssicherheit mit C-Teilen die Verfügbarkeitsstrategie entscheidend beeinflusst. Damit stand die Forderung nach Einfachheit, Unabhängigkeit von Softwarelizenzen, Standardformate und Teileklassen unabhängig vom ERP-System im Vordergrund. Die Entwicklung des Roll-out zeigt ausser der imposanten Verlaufskurve auch deutlich, dass der angegebene ROI-Zeitpunkt von 18 Monaten glaubwürdig erscheint. Auch in diesem Falle eine beachtliche Darstellung – nicht nur nach den geforderten Formalien – und somit erscheint uns dieser Beitrag ebenfalls als preiswürdig.

Ich darf daher den Preisträgern von dieser Stelle aus herzlich zu ihren Leistungen gratulieren, mich aber andererseits auch bei denn vielen weiteren Einreichern bedanken, dass sie sich der Mühe unterworfen haben, hier teilzunehmen und damit den Wettbewerb überhaupt zu ermöglichen.

Der Jury gebührt der Dank für einen ausserordentlichen ehrenamtlichen Einsatz.

Ihnen, meine Damen und Herren schliesslich, gebührt der Dank für die geschätzte Aufmerksamkeit!

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